Gravity: Kritik/Review – Weltraumausflug zum Miterleben


Gravity, der neue Film von Alfonso Cuarón, wurde von den meisten Leuten bereits seit dem ersten Trailer freudig erwartet. Zwar zeigte der Trailer nicht viel, jedoch ließ er auch mich begierig auf den Weltraumstreifen warten. Die vollkommene Isolation im luftleeren, schwerelosen und weit und breit verlassenem Weltall stellte ich mir als eine interessante Idee für einen Thriller vor. 
 Und nun war ich drin. Also im Kino, aber das war noch nicht alles. Ich war im All. Ich habe 90 Minuten lang mitgelitten, habe die wunderschönen aber auch die hässlichen Seiten des Weltalls kennen gelernt und mich stets an vorbeifliegenden Trümmerteilen weggeduckt. Die Einverleibung in den Film und seine Atmosphäre funktioniert bravourös, es gab nicht selten Momenten bei denen ich mit offenem Mund die Leinwand anstarrte oder mich in den Sitz kauerte und die Hände schützend vors Gesicht heben wollte. 
Auch die von Cuarón bekannten langen Szenen die ohne Schnitt auskommen gibt es in Gravity wieder zuhauf. Bis der erste Schnitt im Film kommt dauerte es sicher um die 10 Minuten, diese allererste Szene im Film gehört unter anderem deswegen zu einem meiner Highlights. Gravity spielt außerdem sehr geschickt mit dem Element der Stille. 
Im luftleeren Raum können keine Geräusche übertragen werden, und so spielen sich diese Szenen konsequenterweise „relativ“ tonlos ab, mit Ausnahme von Musik (Ich bin mir nicht zu 100% sicher ob hier und dort nicht doch noch Geräusche zu hören waren, oft war das Mikrofon aber auch einfach im Helm des Protagonisten). Sandra Bullock, die über weite Strecken völlig alleine in diesem Film agiert, schafft es wirklich ihre Figur als starke und überzeugende Persönlichkeit rüber zu bringen und sie nicht als weinerlich oder gar nervig erscheinen zu lassen.

Gravity ist einfach ein Film der einem permanent den Unterkiefer auf den Boden knallen lässt. Wahnsinnig schöne Panoramen, Special Effects und 3D-Effekte vom Feinsten und immer wieder Momente bei denen man sich einfach die Frage stellt: Wie zur Hölle haben die das gemacht? Das führt dazu, dass der Film seine ganz eigene Magie entfaltet. Wer sich diesen Film nicht im Kino ansieht, verpasst wirklich viel vom eigentlichen Filmgefühl, so wie es von Cuarón sicherlich auch vorgesehen war. Dramaturgisch ist Gravity nicht schlecht, es wird eine gute und durchaus spannende, allerdings auch nicht überdurchschnittlich originelle Geschichte erzählt, auch wenn das Setting sicherlich selten ist. Die Effekte und Bilder die dieser Film vermittelt setzen jedoch neue Maßstäbe was Atmosphäre und den Fortschritt der Filmtechnik anbelangt, und nach Avatar von James Cameron ist dies endlich wieder ein 3D-Film der mir zeigt, warum ich mir diese Technik antun sollte.

Jaaa, dieses Review ist zugegebenermaßen sehr kurz. Aber das Fazit sollte FÜR JEDEN auf jeden Fall lauten sich Gravity anzusehen. Ich hatte manche der Bilder noch tagelang nach dem Sehen im Kopf und bin, was ich bisher noch NIE gemacht habe, zwei Tage später noch ein zweites Mal ins Kino gegangen. Es ist ein Film zum Erleben, zum Bestaunen, zum mit Einverleiben. Also geht verdammt nochmal ins Kino! Denn sowas bekommt ihr nicht oft zu sehen.    

10/10 

   

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