Die Tribute von Panem 2 – Catching Fire: Kritik/Review


Schlagartig erwache ich im Dunkel der Nacht. Mein Puls rast noch und ich blicke mich hektisch in den Weiten meines Zimmers um. Ich hatte geträumt. Wieder einmal. Wie oft ich ihren Tod wohl noch mit ansehen muss ? All die Hoffnungen, dass sich dies mit der Zeit bessern würde waren vergebens. Sie sagten Zeit heile alle Wunden. Aber wie viel Zeit würde es brauchen, um mich das vergessen zu lassen was ich durchlebt habe? Wer könnte mir meine Reaktion auch übel nehmen, jeder normale Mensch würde nach solchen Grausamkeiten so drauf sein.

Für die einen ist es eine kurzweile Unterhaltungssendung, für die anderen ein blutiges Gemetzel ums eigene Überleben. Eine kranke Welt, regiert von kranken Leuten. Während die meisten Menschen in den Distrikten 1-12 hungern und um ihr tägliches Überleben kämpfen müssen, lebt der andere Teil im luxuriösen Kapitol ein Leben in Saus und Braus. Ist diese Ungerechtigkeit nicht schon schlimm genug? Nach dem was ich erlebt habe nicht. Und trotzdem haben Peeta und ich überlebt. Wir haben ihren perfiden Spielchen widerstanden. Und wie geht es jetzt weiter? Werden sie uns in Zukunft in Ruhe lassen? Oder werden sie uns unsere Rebellion bis ans Ende unserer Tage spüren lassen? Zumindest eines weiß ich mit Sicherheit. Ich werde mich von ihnen nicht brechen lassen.

Ich bin Katniss Everdeen. Überlebende der 74. Hungerspiele von Panem.
Und natürlich war dies noch nicht das Ende der Geschichte von Katniss Everdeen. Mehr und mehr scheint sich in den verschiedenen Distrikten eine Rebellion anzubahnen, Kate und Peeta werden als Symbolfiguren gesehen und bewundert. Diesem Image will Präsident Snow von Panem mit einem geschickten Schachzug nun entgegenwirken und verkündet somit, anlässlich zum 75-jährigen Jubiläum, eine spezielle Ausgabe der Hungerspiele, in der aus allen Gewinnern der jeweiligen Distrikte erneut jeweils ein Mann und eine Frau auserkoren werden um darum zu kämpfen am Ende als letzter Überlebender da zustehen.
Die zweite Verfilmung der „Tribute von Panem“-Trilogie beginnt relativ ruhig und zeigt uns zunächst sehr gekonnt die Auswirkungen des ersten Teils. Diese erste Hälfte des Films würde ich im Gesamtbild auch als die bessere bezeichnen. Es wird gezeigt wie hart und rau die Welt ist in der sich Katniss und Co. befinden, und zwar in Szenen, die ich in diesem Härtegrad nicht erwartet hätte.
Doch auch was die Action angeht hat „Catching Fire“ einiges zu bieten. Die teilweise wirklich beeindruckenden Schauplätze gepaart mit guten, aber nach meinem Geschmack IMMERNOCH mit zu vielen Schnitten ausgestatteten Kämpfen wirken gut und erzeugen Spannung. Auch gut finde ich, dass man einen besseren Überblick als im ersten Teil über die gesamte Welt, in der die Panem-Saga angesiedelt ist bekommt. Dies hilft dabei das ganze Universum in dem die Trilogie spielt besser zu verstehen, und auch zu wissen was technisch und tektonisch so alles verfügbar ist.
Die Gefahren, denen Katniss innerhalb der Hungerspiele gegenüber steht, wirken zudem noch bedrohlicher als im Vorgänger und so fiebert man bei jeder Gefahr mit. Jennifer Lawrence und Josh Hutcherson spielen außerdem ein großartiges Paar, bei dem man nie genau weiß in wieweit ihre Beziehung gespielt und in wieweit sie echt ist. Auch der Rest der Charaktere kann größtenteils überzeugen und so manch einer überrascht dabei sogar mit ungeahnten Facetten.
Aber leider hab ich auch ein Problem mit „Catching Fire“. Und so wie das mit diesen lästigen Problemen bei Filmen so ist, verderben sie einen ein wenig den bedingungslosen Genuss. Denn gegen Ende wird der Film meiner Meinung nach zu hektisch, und die Erzählung zu wirr, wobei sich alles auf den finalen Cliffhanger zuspitzt. Es wird versucht den Zuschauer mit einem Twist, der meiner Ansicht nach nicht gut funktioniert, zu ködern und zu schocken. So wirkt das Ende relativ schwach, und zieht für mich einen eigentlich guten Film doch ein ganzes Stück runter. Zwar schafft es die Ausgangslage für den kommenden Panem-Film mich neugierig auf den dritten und letzten Teil zu machen, jedoch hätte ich mir ein Ende erhofft, dass mich mehr beeindruckt hätte, als das was ich geboten bekam..
Empfehlen würde ich „Die Tribute von Panem- Catching Fire“ trotzdem allen Fans des ersten Teils, da er im Großen und Ganzen eine sehr gelungene Fortsetzung einer spannenden Geschichte ist. Zudem habe ich das Gefühl, dass ich mit meiner Meinung über das Ende eher alleine dastehe. Wenn ihr daher sehen wollt welches epische Ausmaß die Geschichte von Katniss, Peeta, den Distrikten und der Regierung noch annimmt, dann schaut euch um Himmels Willen diesen Film an. Und ich verspreche euch, ihr werdet euch danach bereits auf den dritten Teil freuen.  

8/10       

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