Guacamelee! Besser spät als nie…

(Leider hat sich der Entstehungsprozess dieses Textes sehr in die Länge gezogen, woraufhin nun die Aktualität leidet. Ich entschuldige mich dafür, jedoch ist mein Test auch auf die, mittlerweile nicht mehr kostenlose, Super Turbo Championship Edition des Spiels anwendbar)

Da hat sich das Xbox Live Angebot „Games with Gold“ doch tatsächlich mal ausgezahlt! Die im Juli erschienene Next-Gen Fassung des 2D Jump and Run Guacamelee stand für alle Besitzer eines Gold-Accounts von Microsoft’s Onlineservice mehrere Wochen kostenlos als Download zur Verfügung. Das Spiel von Indie-Entwickler DrinkBox Studios erschien zwar bereits im letzten Jahr für PS3 und Vita, kam aber mit der „Super Turbo Championship Edition“ durch neue Level und Bosse in einer erweiterten Version für all diejenigen, die diese Perle bisher verpasst haben.


Ay Caramba!

Was einem bei Guacamelee wahrscheinlich zuallererst ins Auge fällt, ist das unverbrauchte, obskure Setting. Mexikanisches „Dia de los muertos“ gemischt mit in Masken und Wrestleroutfit gepackte Luchadore, die sich durch Horden von skelettierten Feinden prügeln. Das hat man in der Tat noch nicht oft gesehen. Die Story wird sehr humorvoll, jedoch leider nur durch schnöde Textboxen erzählt, wobei es immer wieder Anspielungen auf die großen Vorbilder gibt. Eines davon, war unverkennbar Nintendos Adventure-Steckenpferd mit Samus Aran. Das Metroidvania getaufte Genre ist der Grundstein von Guacamelee.

In 2D-Manier kämpft ihr euch durch die Gebiete, während ihr auf dem Weg neue Fähigkeiten erlernt, die euch sowohl beim Prügeln, als auch bei den häufigen und auch fordernden Jump-and-Run Passagen weiterhelfen. Das Gameplay hat einen tollen Fluss, und bis auf wenige Stellen, wechseln sich die Spielmechaniken gelungen ab, sodass kaum bis gar keine Langeweile aufkommt. Auch ist der stetig ansteigende Schwierigkeitsgrad geradezu perfekt ausbalanciert und gleichte sich, zumindest in meinem Fall, passend meiner eigenen Lernkurve an. Das Spiel ist durchgehend herausfordernd, ohne dabei auf Trial and Error zurückzugreifen. Hat man sich erst einmal ein paar der auffindbaren Fähigkeiten angeeignet, erschließt sich einem ein relativ komplex Kampfsystem. Neben Kopfnüssen, Bodyslams und Uppercuts ist vor allem gut getimetes Ausweichen Pflicht, möchte man nicht in Windeseile das Zeitliche segnen.


Kein monotones Gekloppe

Taktisches Vorgehen ist daher auch in den Kämpfen unausweichlich, vor allem da durch Feinde mit Schilden und Gegnern die in zwei unterschiedlichen Dimensionen ihren Ursprung haben Köpfchen gefordert wird. Die zwei verschiedenen Realitäten, zwischen denen ihr per Knopfdruck wechseln könnt, kommen allerdings auch in den Kletterpassagen zum Tragen. So müsst ihr beispielsweise durch rechtzeitiges Wechseln der Dimension ein Gebiet per Wandsprung erklimmen, während ihr nach jedem Sprung die jeweils andere Fassade in eure Spielwelt holen müsst, um euch an ihr festzuhalten.

Neben den spielerischen Qualitäten kann ebenfalls die Optik von Guacamele auftrumpfen. Der leicht eckige Zeichentrickstil ist schön animiert ohne jedoch in hektischen Situationen durch Grafiküberfluss an Übersicht zu verlieren. Auch der Soundtrack, der zu großen Teilen aus einer Mischung von Elektro- und Gitarrensounds besteht, passt gut zum Setting und unterstreicht die Action im Spiel passend.

Alles in Allem macht Guacamelee im Genre in dem es sich befindet eigentlich alles richtig. Es ist ein kleiner, aber feiner Indietitel, mit einem motiviernden Metroidvania Spielprinzip, wuchtigen Kämpfen, einem knackigen Schwierigkeitsgrad, integrierten Coop-Modus und rund 7 Stunden Inhalt. Mehr kann von einem Spiel, das normalerweise gerade einmal 15€ kostet, wirklich nicht erwarten.

9/10

2 Kommentare

  1. Ehrlich gesagt bin ich mehr als enttäuscht über die GwG Aktion von Microsoft, wenn man bedenkt, das man für 7€ im Monat zum Großteil langweilige Arcade-Titel bekommt, oder Demand Spiele, welche so gut wie jeder hat.
    So bildet der amerikanische Marktplatz oftmals Demand Titel, oder andere Arcade Titel (im Vergleich erscheint das PS + Abo bedeutend attraktiver, zumal man sich selbst zwei Titel auswählen darf und somit für das Preis/Leistungsverhältnis mehr geboten wird).
    Diesen Gold Titel im Juli Monat habe ich nicht geladen, da ich ehrlich gesagt von den ständigen Arcade-Titeln mehr als enttäuscht bin.

  2. Da ich nur die Xbox-One besitze, verfolge ich daher auch nicht die PS+ Titel. Allerdings muss ich sagen, dass ich die GwG- Spiele größtenteils auch nicht sonderlich gut finde. Bis auf Guacamelee und Dishonored für die 360 (was ich damals nicht gespielt habe) war für mich auch nichts dabei.

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