PlayerUnknown’s Battlegrounds: Ist der Hype berechtigt?

 

PlayerUnknowns Battlegrounds vom Studio Bluehole ist der absolute Überraschungshit des Sommers. Die Verkaufszahlen sprechen Bände über die Popularität des Early Access Titels und die erreichten Meilensteine können sich sehen lassen: Mehr als 11 Millionen Dollar Umsatz innerhalb der ersten drei Tage und über eine Millionen verkaufte Kopien nach gerade einmal 16 Tagen. Mittlerweile kann der Entwickler sogar auf stolze vier Millionen verkaufte Einheiten blicken, die die Fans des vom Film Battle Royale inspirierten Überlebenskampfes seit dem 23. März erworben haben. Rein finanziell gesehen könnte es also nicht besser laufen für den südkoreanischen Entwickler, den man ansonsten wahrscheinlich am ehesten noch vom MMORPG Terra kennt. Was ist es also, das dafür sorgt, dass PlayerUnknowns Battlegrounds in so unglaublich kurzer Zeit solche Verkaufsrekorde zu verbuchen hat? Auf den ersten Blick unterscheidet sich PUBG nämlich nicht sonderlich von anderen Genrevertretern, die im Early Access Segment zu finden sind. Survialaspekte? Check. Feindlich gesinnte andere Mitspieler? Check. Eine leere, riesige Map, die gespickt mit allerlei Loot ist, welches es zu finden gilt, um möglichst lange am Leben zu bleiben? Check. Zombies? Ähh, hier muss die Liste dann doch noch unterbrochen werden. Dabei erscheint beim ersten Blick vor allem die Parallele zu DayZ sehr präsent zu sein. Der Taktik-Shooter Arma, welcher für DayZ die spielerische Grundlage bot, ist in seiner Essenz in einer abgespeckten Form deutlich in PlayerUnknowns Battlegrounds erkennbar. PUBG lebt von einer perfekten Mischung aus taktischer und spielerischer Tiefe und einem leicht und schnell einprägsamen Spielprinzip. Der Grundsatz Easy to learn, hard to master greift hier in vollem Maße.
 

 

 

 

PlayerUnknowns Battlegrounds ist die akkumulierte Quintessenz aller ähnlich funktionierenden und optisch verwandten Genrevertreter, die in den letzten Monaten und Jahren bei Steam erschienen sind und die mich an einen Punkt brachten, an dem ich sie nicht mehr sehen konnte. Warum PUBG trotzdem so gut funktioniert? Es versucht nicht auf Krampf, viele Dinge auf einmal zu sein, ein weiteres Best Of aller populären Early Access Survival Spiele zu bieten, sondern verfolgt eine klare Vision. Es ist kurzweilig, es hat einen vielfältigen, extrem spaßigen und hochspannenden kompetitiven Ansatz und es bietet eine ungefähre Rundenzeit, die perfekt konsumierbar und fast schon eSport tauglich ist. Besonders im Squad-Modus ist zudem die Vielfalt taktischer Möglichkeiten erkennbar und ich bin gespannt, was uns hier noch alles erwarten wird, wenn das Spiel erstmal richtig in den professionellen Gefilden angekommen ist. Die Liste der Dinge, die PlayerUnknowns Battlegrounds richtig macht, hört hier jedoch noch nicht auf.
Zu erwähnen wäre da noch das überdurchschnittlich belohnende Lootsystem, das es erlaubt, eine gewisse Grundausstattung auch ohne absolutes Glück beim Plündern bereit zu stellen und damit für Chancengleichheit sorgt. Dass ich mich jede Runde erneut darüber freuen kann, wenn ich in einem Haus über eine simple AKM stolpere, zeigt, wie gut das Belohnungssystem greift. Auch das Sounddesign ist absolute Spitzenklasse und sorgt nicht nur für gelegentliche Beinahe-Herzinfarkte, sondern dient als Mechanik zur Orientierung im Raum auch als elementarer Bestandteil des Gameplays. Genau hinhören ist in Battlegrounds unverzichtbar, möchte man nicht blindlings in Feinde stolpern, die die eigenen Schritte bereits Minuten vor dem Kontakt wahrgenommen haben. Hierzu sei der Artikel von „DieGamingEule“ ans Herz gelegt, welcher in diesem das Sounddesign von Battlegrounds genau unter die Lupe genommen und zugleich eine theoretische Übersicht zur Implementierung von Ton in Filmen und Spielen bereitgestellt hat.
Ich kann nicht anders, als PlayerUnknowns Battlegrounds allen ans Herz zu legen, die auf intensive Multiplayer-Erfahrungen mit Spannung bis zur letzten Sekunde stehen. Die 30 Euro mögen zwar für einen Early Access Titel nach verhältnismäßig viel aussehen, eine Preissenkung scheint allerdings in nächster Zeit eher unwahrscheinlich. PUBG ist eines dieser Spiele, bei denen der Spieler seine Geschichte selbst schreibt. Jede Runde fühlt sich komplett anders an als die Vorige und doch bieten die meisten von ihnen einzigartige Erlebnisse. Auch wer vielleicht mit Titeln wie DayZ, Rust oder H1Z1 nicht warm wurde, sollte hier vor allem aufgrund der enormen Kurzweiligkeit von PUBG, bei der sich das Spiel selbst keine Zeit für Längen lässt, einen Blick wagen. Kluges, taktisches und gut überlegtes Vorgehen ist ebenso wichtig wie die Begabung am Fadenkreuz, also sollten sich auch diejenigen angesprochen fühlen, die sich selbst nicht zu den größten Shooterspezialisten zählen. PlayerUnknowns Battlegrounds hat einen ganz schönen Hype losgetreten. Und das völlig verdient. Bluehole Studio hat den Markt der Survival-Games auf Steam gut analysiert und mit PUBG richtig auf diesen reagiert. Und davor zücke ich meinen Hut.
 
 

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